110 - Die Sprache der Kindheit – Warum Spiel der Schlüssel zur Welt unserer Kinder ist
Shownotes
In dieser Folge sprechen wir über: 🌿 Warum Spiel die Sprache der Kindheit ist 🌿 Was Kinder uns durch ihr Spiel erzählen 🌿 Warum Fantasie eine wichtige Entwicklungsaufgabe ist 🌿 Weshalb Übergänge Kindern oft schwerfallen 🌿 Wie eine spielerische Haltung Verbindung stärken kann 🌿 Warum Kinder Erwachsene brauchen, die neugierig auf ihre Welt bleiben Weiterführende Gedanken aus dieser Folge: „Vielleicht müssen wir Kindern nicht immer unsere Welt erklären. Vielleicht dürfen wir ihre Welt öfter besuchen.“ 🤍
Kinderbuch das ich nenne in der Podcast Folge: Später sagt Peter
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00:00:00: Hallo und herzlich willkommen bei Einfachfamilie Leben.
00:00:03: Ich freue mich sehr, dass du wieder mit dabei bist, dass Du in den Podcast reinhörst auch wenn Dir ja gerade sehr unregelmäßig kommt.
00:00:11: Aber das hatte ich ja schon vorgewarnt!
00:00:13: Und trotzdem wie immer mit einem schönen Hintergrundgeräusch oder wie so oft?
00:00:20: Mit dem Spülmaschinen-Geräusch im Hintergrund.
00:00:23: Das gehört ja mittlerweile auch schon so fast mit dazu zum Podcast mit einem sehr schönen Thema und zwar die Sprache der Kindheit, warum Spiel der Schlüssel zur Welt unsere Kinder ist.
00:00:38: Ich habe diese Folge mir schon lange überlegt dass ich irgendwas in die Richtung machen möchte und konnte nicht so richtig greifend in welche Richtung es gehen soll.
00:00:51: Und ich hoffe ich verzettle mich heute nicht weil dazu gibt's natürlich super viel zu erzählen.
00:00:59: Ja, zu überlegen und es kann in ganz unterschiedliche Richtungen gehen.
00:01:02: Und ich hoffe... Ich schaff's da heute einen roten Faden reinzumachen, reinzubringen.
00:01:07: aber das ist ein sehr schönes Thema und ich würde sagen wir starten direkt los!
00:01:14: Wann mit der Frage?
00:01:16: Wann hast du denn das letzte Mal wirklich gespielt?
00:01:20: also kein Gesellschaftsspiel oder eine runde Fußball mit deinen Kindern.
00:01:25: Ich meine wirklich so einen Eintauchen in der Fantasiewelt.
00:01:29: Dieses Gefühl, dass man plötzlich... Ja ein Stock ist ein Zauberstab eine Decke ist ne Höhle und ja der Wohnzimmerboden ist plötzlich ne Klühnder Lava.
00:01:43: ich vermute das es bei den meisten von uns schon sehr lange zurücklegt.
00:01:46: für unser Erwachsenes natürlich Spiel auch mittlerweile vielleicht was anderes wo wir vielleicht auch völlig eintauchen.
00:01:54: Wir haben dann andere Dinge, wo wir abtauchen können und wie ja ganz bei uns in unserer Welt – also ich habe das jedenfalls!
00:02:06: Kinder haben es aber noch sehr natürlich und sehr viel und sehr intensiv.
00:02:10: Die brauchen dafür keine Anleitungen, die betreten die Welt jeden Tag ganz selbstverständlich Ja, vielleicht im ersten Moment nur die Gegenstände sehen.
00:02:22: Die erfinden Geschichten... ...die staunen über Kleinigkeiten an denen wir halt schon längst vorbeigehen.
00:02:30: Da gibt es auch ein sehr schönes Buch was ich sehr gerne in der Krippe lese und das heißt später sagt Peter Es geht nämlich genau darum dass die Mama geht quasi immer vorbei und sie sagt immer komm los!
00:02:43: Wir müssen weiter, wir müssen das noch machen.
00:02:47: Peter steht da und er staunt, und er hört und sieht einfach diese ganzen Dinge an denen die Mama eben vorbei geht.
00:02:58: Und irgendwann sagt der Peter, Mama ich schenk dir etwas von meiner Zeit wenn du so wenig davon hast.
00:03:04: und dieser Satz auch wenn ich das jetzt so ausspreche, das berührt mich sehr und ist eine große Erinnerung an uns auch öfter stehen zu bleiben und öfter zu staunen, zu hören und zu sehen was unsere Kinder das alles wahrnehmen.
00:03:23: Genau!
00:03:24: Und ich frage mich dann ob genau das der Moment ist in dem wir Erwachsenen beginnen?
00:03:29: Unsere Kinder manchmal nicht mehr so ganz zu verstehen wo wir uns immer mit ihnen... Wo wir manchmal eine Verbindung verlieren weil wir einfach einen anderen Blick auf die Welt haben.
00:03:44: Wir lernen, effizient zu sein.
00:03:45: Wir planen und organisieren.
00:03:48: Wir denken an den nächsten Schritt und wenn wir das Frühstück vorbereiten überlegen wir schon was wir heute alles einkaufen müssen.
00:03:55: auf dem Weg zur Arbeit planen wir schon etwas wie am Nachmittag heute mit den Kindern machen?
00:04:00: Wenn wir die Kinder von der Kita abholen dann machen wir uns schon Gedanken um das Abendessen.
00:04:07: Ja und es ist eigentlich, ja Kinder leben einfach ganz anders.
00:04:11: Die leben viel stärker.
00:04:12: im Augenblick Und vielleicht hast du das auch schon mal beobachtet dass ihr auf dem Weg zum Autos seid, ihr wollt losfahren.
00:04:21: Plötzlich entdeckt euer Kind eine Schnecke aufm Gehweg und dann geht es in die Hocke des Beobachtetes ganz aufmerksam.
00:04:28: und ja vielleicht gibt es einen kleinen Ast auf legt ihn vorsichtig vor die Schnecke.
00:04:35: wie auch immer schaut auf die Uhr und für dich seid ihr zu spät dran, für dein Kind ist gerade nichts wichtiger als diese Schnecke.
00:04:46: Und ich glaube genau in solchen Momenten wird deutlich dass wir zwar... Wir sind in derselben Welt, wir sehen die selbe Welt aber wir erleben sie ganz anders oder wir erlebens meistens ganz unterschiedlich voneinander dass dadurch ganz viele Konflikte einfach im Familienalltag entstehen.
00:05:08: Weil die Kinder wollen uns in den Moment nicht provozieren, sie wollen mich extra langsam machen und tröteln ich immer extra am Morgen oder hören absichtlich nicht sondern weil wir oft unbewusst erwarten das sie die Welt so wahrnehmen wie wir.
00:05:32: Vor kurzem bin ich auf den Begriff, also ich kenne den Begriff natürlich oder kannte den schon aber ich bin wieder drauf gestoßen auf dem Begriff Playfulness.
00:05:42: Und... Ich finde es ein richtig schöner Begriff weil ich kann ihn gar nicht so richtig wörtlich übersetzen.
00:05:50: einfach dieses spielerische und der Verspieltheit, eine spielärische Haltung.
00:05:56: Und dabei geht es nicht darum, dass wir albernd sind oder dass wir aus jeder Alltagssituation ein Spiel machen.
00:06:04: Es geht eher um eine Haltung und die Bereitschaft für einen Moment die Welt mit den Augen eines Kindes zu betrachten irgendwie.
00:06:11: Also das würde ich fragen wie bekomme ich mein Kind jetzt dazu endlich seine Schuhe anzuziehen sondern zu überlegen... Wie erlebt mein Kind diesen Moment gerade?
00:06:23: Und manchmal diese Veränderung der Perspektive kann schon ganz viel verändern.
00:06:31: Ich erinnere mich an eine Situation aus der Krippe, wo es Zeit war nach draußen zu gehen.
00:06:37: Vielleicht kennst du den Moment?
00:06:38: Vielleicht bist du selber Pädagogin?
00:06:42: Da wusste jemand!
00:06:43: Ich bin heute alleine zu Hause und jetzt hab ich noch das Bibel von neben mir.
00:06:48: Ja, ich habe zehn Kinder da... haben, begleiten wir dann bei diesem Übergang.
00:06:55: Eines baut ein Tour, zwei sitzende Nähpumpen-Ecke Ja wie auch immer ne?
00:07:02: Jemand anderes ist plätt in einem Buch und genau, ich kann natürlich sagen Kenner Schuhe an, Jacke an, wir gehen jetzt raus Und wahrscheinlich hätte dieser Satz noch, hätte ich den Satz da sehr häufig wiederholen müssen und stattdessen habe ich mich im Raum gestellt gesagt Achtung, Achtungen!
00:07:23: Der Zug fährt los und ich bin die Schaffnerin.
00:07:28: Und ich suche gerade meine Fahrgäste.
00:07:31: alle Kinder dürfen mitfahren, ihre Jacke und ihre Schuhe und ihre Mütze an haben und ihr braucht ein Ticket dafür.
00:07:39: Das mache ich... gar nicht mal so oft beim rausgehen, weil da haben wir ein bisschen unser eigenes Ritual.
00:07:44: Aber beim Reinkommen gibt es ein paar Kinder die mich so gerne reingehen und die gerne draußen im Garten bleiben wollen.
00:07:50: aber wenn Mittagessenzeit ist genau ist einfach der Weg dann dass wir langsam wieder nach drinnen müssen und da mache ich das ganz oft, dass ich hier auch die Schaffnerin bin mit meinem Zug und dann singen wir auch noch tschü-tschu-tchulie Eisenbahn Und man kann das natürlich auch schön auffahren ne?
00:08:06: Mit kleinen Papierzetteln Also Fahrkarten für die Kinder und im besten Fall stehen sie dann Schlange ja, kommen mit in den Zug.
00:08:18: Und warum klappt es denn in dem Moment?
00:08:23: Weil ich Genau, die haben kooperiert weil ich für den Moment aufgehört habe von ihnen zu erwarten in meine Welt zu kommen.
00:08:33: Sondern ich bin in Ehre gegangen und das ist für mich der Kern einer spielerischen Haltung.
00:08:38: es geht nicht darum Kinder zu überlisten.
00:08:41: Es gibt nicht darum sie mit einer Fantasie dazu zu bringen das zu tun was ich jetzt möchte von ihnen Weil dann wäre das Spiel eben so ein Mittel zum Zweck Und ich glaube nicht, dass Kinder das brauchen.
00:08:54: Was sie brauchen ist eine Verbindung.
00:08:56: Die möchten sich gesehen fühlen und merken, dass wir verstehen was ihnen gerade wichtig ist.
00:09:03: Denn für ein Kind ist das Spiel nicht einfach eine Beschäftigung Es ist eine Art die Welt zu entdecken.
00:09:09: Vielleicht hast du schon mal beobachtet wie dein Kind nach einem Arztbesuch z.B.
00:09:12: Zuhause einen Kuscheltier untersucht oder wie es nach dem Ausflug in den Zoo plötzlich stundenlang Tiere versorgt.
00:09:19: Vielleicht bringt es seine Puppen ins Bett, deckt sie liebevoll zu, sagt dabei genau die Sätze, die du selbst jeden Abend sagst.
00:09:25: Von außen sieht das nach Spiel aus aber da passiert ja Entwicklungspsychologisch einfach so viel mehr!
00:09:32: Die Kinder verarbeiten all ihre Erlebnisse im Spiel – die Ortenerfahrung ein, die Schlüpfen in die unterschiedlichen Rollen, die versuchen zu verstehen wie die Welt funktioniert.
00:09:45: Jean-Pierre Schieder beschreibt es als das Symbolspiel, also ein sehr wichtigen Entwicklungsschritt.
00:09:51: Die Gegenstände bekommen im Spiel eine neue Bedeutung.
00:09:54: Ein Stock wird zum Pferd, einen Karton zum Schiff und eine Decke zur Höhle.
00:09:58: Und die Kinder üben dabei nicht nur Fantasie, sie entwickeln Sprache, eine Perspektivwechsel, eine problemlose Fähigkeit und die Fähigkeiten sich in andere hineinzuversetzen.
00:10:11: Wenn wir wissen Wenn wir das wissen, dann verändert sich unser Blick auf das Spielen.
00:10:17: Dann ist Spielen eben nicht mehr das was Kinder tun bis etwas Wichtiges passiert wie ja... Wie war's denn?
00:10:24: Wie Abendessen oder Lernen?
00:10:28: Keine Ahnung, gerechnet lernen, schreiben lernen!
00:10:31: Das ist jetzt mit in Anführungszeichen, ne?
00:10:34: Weil das ist genau Spiel ist eben das Wichtige.
00:10:38: Ja, Spiel ist etwas Wichtiges das Mittel für Kinder zum Lernen.
00:10:44: Deshalb ist es so schade, wenn wirklich der Alter komplett durchgeplant ist und eine Aktivität der nächsten jagt und wir in diesem starken Fördergedanke sind, dass wir das Kind immer weiter fördern müssen, sondern zu sehen was, was für ein Riesenpotenzial in diesem Spiel liegt in diesem freien Spiel, wo die Kinder wirklich ganz für sich sind und ihre Fantasie eben eintauchen.
00:11:15: Genau!
00:11:16: Vielleicht verstehen wir dann auch besser warum es für viele Kinder so schwer ist ihr Spiel einfach zu unterbrechen.
00:11:23: Und ja das muss ich mir auch jeden Tag wieder vor Augen führen obwohl ich ein totaler großer Fan vom freien Spiel bin und vom Spiel da auch in meiner Grip ein ganz großer Stellenwert draufgelegt wird.
00:11:39: und dennoch ist es trotzdem so, wir haben natürlich alle unseren Alltag.
00:11:42: Wir haben unsere Termine aber sehe ich immer wieder diesen Wert und wie schwer das für die Kinder ist aus diesem Spiel aufzutauchen, bewusst zu machen.
00:11:55: Ja!
00:11:56: Ich bin mir sehr sicher dass wir erwachsenen Spiel von Kindern oft unterschätzen.
00:12:00: wenn wir Kinder beobachten Genau wie es um eben zu zwanzig Minuten mit Bauplätzen beschäftigen, als sie beschäftigt ist.
00:12:08: Dann sehen wir... Sieht das für uns vielleicht eintönig aus und wir denken jetzt hat es doch genug gebaut, jetzt können wir doch los!
00:12:15: Und das Kind sieht die Situation völlig anders.
00:12:17: Es baut nicht ein Turm sondern es überlegt wie hoch kann ich bauen?
00:12:20: Warum fällt der Turm um?
00:12:22: Welcher Stein passt wohin?
00:12:24: Vielleicht erzählt es sich dabei sogar eine Geschichte.
00:12:26: Vielleicht wohnt hier in einem Turm oder eine Familie?
00:12:29: Vielleicht ist da Turm ne Burg oder ne Feuerwehrstation Und während wir nur die Bauklötze sehen, erlebt das Kind eine ganze Welt.
00:12:36: Genau deshalb fällt es vielen Kindern so schwer dann eben ihr Spiel zu unterbrechen.
00:12:40: und früher dachte ich manchmal Kinder würden uns in solchen Momenten einfach ignorieren.
00:12:46: und so sieht es auch von außen finde ich manchmal aus.
00:12:50: aber ich denke sie sind gerade vollständig in ihrer Tätigkeit angekommen.
00:12:56: ja also Verena ärgert sich für mich auch öfter meine Frau wenn ich arbeite oder wenn ich irgendwas Kreatives mache, oder wie auch immer dann tauche ich auch komplett ein und ich nehme dann um mich herum nix wahr.
00:13:13: Und ich kann das deshalb sehr gut nachvollziehen, wie sich meine Tochter, die ist zum Beispiel auch immer sehr stark drin in ihrem Spiel, wie sie sich in dem Moment fühlt.
00:13:22: Das ist sehr schwer es daraus zu kommen.
00:13:26: Genau bei uns wird es eben ein spannendes Buch in was Kreativen vielleicht drin im kreativen Prozess schreiben, oder für ein Gespräch das uns ja am Herzen liegt und jemand kommt rein und sagt wir müssen jetzt sofort los.
00:13:43: Dann wollen wir es vielleicht auch nicht unbedingt sofort unterbrechen.
00:13:48: Wir sind vielleicht innerlich da noch nicht fertig und das Gefühl erleben Kinder ganz oft am Tag weil sie ganz oft unterbrochen werden Und der Unterschied ist, dass wir halt diese Wichtigkeit der Tätigkeiten anders einstufen wie unsere Kinder.
00:14:08: Ja und weil wir das so spiel dann eben häufig als weniger wichtig bewerten als unsere Aufgaben entsteht dann dieses Missverständnis, die Kinder würden absichtlich nicht zuhören.
00:14:21: Im Grundschulalter entwickeln die Kinder die Fähigkeit zur Selbststeuerung nach und nach.
00:14:29: Der Bereich im Gehirn, der unter anderem dafür zuständig ist Aufmerksamkeit bewusst zu lenken, Impulse zu kontrollieren oder von der Aufgabe zur nächsten zu wechseln reift über viele Jahre Und es bedeutet nicht dass Kinder nicht lernen können Übergänge zu bewältigen aber Es erklärt warum sie dafür eben oft noch unsere Unterstützung brauchen.
00:14:52: Und ja, vielleicht ist es dir schon mal aufgefallen dass gerade die Übergänge im Alltag besonders herausfordernd sind vom Spielen zum Essen, vom Spielplatz nach Hause, vom Schlafanzug in die Alltagskleidung.
00:15:04: Vom Wohnzimmer ins Badezimmer und das sind eigentlich Kleinigkeiten.
00:15:07: und trotzdem entstehen genau dort bei vielen Familienkonflikte weil diese Übergange immer bedeuten etwas aufzugeben.
00:15:16: Wir Erwachsenen denken oft nur an das, was als nächstes kommt und das Kind erlebt zunächst etwas, was gerade endet.
00:15:22: Und den Gedanke finde ich echt wichtig!
00:15:26: Dann verändert sich auch unsere Sprache, ja?
00:15:28: Anstatt zu sagen jetzt räumendlich auf wir müssen essen, könnte ich auch sagen du hast es gerade gebaut und es ist schwer, dass sie unterbrechen.
00:15:37: oder lass uns schauen wie wir dein Turm so stehen lassen können, dass du später weiterspielen kannst.
00:15:43: Ja, das macht dann schon Unterschied.
00:15:45: Wir nehmen das Spiel ernst.
00:15:47: Ich erkenne, dass mein Kind gerade was Wertvolles tut und gleichzeitig bleibe ich trotzdem bei meiner Grenze.
00:15:53: Wir wollen jetzt essen.
00:15:54: Das Essen ist fertig.
00:15:56: Das ist jetzt das, was ansteht.
00:15:58: aber eine spielerische Haltung bedeutet nicht, dass es Kind entscheidet sondern es bedeutet auch nicht immer ein Theaterstück ausspielen müssen wie das mit dem Schaffner oder der Schaffenerin sondern es beginnt damit wir die innere Welt unseres Kindes wahrnehmen.
00:16:16: Und da muss ich gerade nochmal an Amy Peckler denken, viele kennen sie vor allem wegen ihrem Gedanken zur freien Bewegungsentwicklung.
00:16:25: aber was mich an ihrer Arbeit auch ganz besonders berührt hat ist ihre Art Kinder zu betrachten das wir sie beobachten bevor wir handeln.
00:16:34: und ihr ist zum Beispiel auch ganz wichtig dass bereits neugeborene Babys die fasziniert sind von Schattenlichtspielen nicht einfach hochgenommen werden, sondern dass man diesen Augenblick wertschätzt und annimmt als was Besonderes.
00:16:51: Und das erste Spiel der Kinder ist etwas sehr berührendes wenn man da wirklich eine Wichtigkeit einräumt.
00:17:05: Vielleicht können wir uns deshalb Fragen, wie bekomme ich nicht mein Kind das zu tun oder mitzumachen.
00:17:14: Sondern was erlebt mein Kind gerade?
00:17:19: zu erleben, dass mein Kind gerade nicht bockig ist.
00:17:22: Vielleicht ist es traurig weil die Geschichte gerade unterbrochen wird.
00:17:25: Vielleicht braucht das einfach noch eine Minute vielleicht braucht es Hilfe bei Übergang?
00:17:30: Vielleicht braucht es tatsächlich einfach eine klare Führung auch das Gehör dazu den Kinder brauchen Erwachsene die Orientierung geben.
00:17:36: ich glaube sogar das Kinder sich danach sehen.
00:17:39: aber eine Leitung fühlt sich ganz anders an wenn sie aus einer Verbindung heraus entsteht.
00:17:45: Also, dass ich mein Kind nicht überreden muss.
00:17:47: Dass ich es nicht beschämen muss... Ich darf klar sagen Es ist Zeit zu gehen und gleichzeitig kann ich sagen, ich sehe das du bleiben möchtest Und diese Sätze die schließen sich nicht aus sondern dürfen zusammengehören.
00:18:02: Deshalb ist dieses spielerische Haltung keine Methode sondern eher Ja, etwas was in meine Haltung mit reinfließen kann.
00:18:12: Eine Haltung die sagt ich nehme deine Welt ernst und ich begleite ich liebevoll in meine.
00:18:20: Und nochmal ich will damit wirklich nicht ausdrücken dass wir aus jeder Alltagssituation eine kleine Aufführung machen.
00:18:25: Ich glaube sogar das Kinder ziemlich schnell merken wenn wir Spiel nur benutzen um sie zu etwas zu bringen.
00:18:32: Wenn wir uns eine lustige Geschichte ausdenken, innerlich aber eigentlich denken sie ist einfach die Jacke an!
00:18:37: Dann spüren Kinder die Anspannung.
00:18:39: Die reagieren nämlich nicht nur auf unsere Worte, die reagieren auf unsere Stimme, auf unseren Gesichtsausdruck... ...die Körpersprache, oft das was zwischen den Zeilen passiert noch viel stärker nehmendes.
00:18:50: Kinder war ja wie unsere Werte und oder das nehmen Sie auch viel früher wahr bevor sie überhaupt Sprache verstehen.
00:19:00: Deshalb beginnt diese spielerische Haltung gar nicht mit einer kreativen Idee, sondern die beginnt eben wie gesagt in dem Moment, indem wir einen Augenblick innehalten und uns fragen.
00:19:10: Wie kann ich gerade wieder in Verbindung mit meinem Kind kommen?
00:19:14: Also das habt ihr bestimmt alle schon mal erlebt.
00:19:16: es gibt Tage da sagst du genau den selben Satz wie sonst aber weil du selbst ruhig bist, weil du dein Kind anschaust vielleicht sogar lächelst läuft plötzlich alles viel leichter.
00:19:25: und an den anderen Tagen reicht schon die erste Aufforderung damit die Stimmung gibt.
00:19:29: und ja, weil ihr euch dann gegenseitig mit eurem Stress ansteckt.
00:19:34: Und das zeigt wir müssen nicht perfekt sein aber erinnert uns daran dass wie sehr Kinder sich in unserem Nervensystem orientieren oder wie wir da miteinander schwingen wenn wir gestresst sind dann werden die auch unruhiger.
00:19:51: Wenn wir ruhig bleiben können dann schenken wir ihnen Sicherheit.
00:19:57: Manchmal hilft uns dann vielleicht ein Spiel, weil das auch uns verändert.
00:20:05: Wenn unser Kind plötzlich anfängt zu lachen und was gerade noch genervt und dann passiert so etwas Unerwartetes und ihr müsst beide lachen Da verändert sich was.
00:20:19: Nicht nur bei deinem Kind, auch bei dir!
00:20:21: Die Anspannung lässt nach du atmest anders, sprichst anders, schaust dein Kind wieder an statt nur auf die Uhr und deshalb ist so Humor so viel mehr als Spaß.
00:20:32: Humor bringt uns zurück in Beziehungen Und ja wir vergessen einfach ganz oft was wie heilsam es auch ist wenn wir gemeinsam lachen Weil unser Alltag ganz oft sehr funktional geworden ist und wir verbringen viel Zeit damit unsere Kinder durch den Tag zu begleiten, dass wir manchmal gar nicht merken wie oft wir nur noch organisieren oder wie oft die sagen beeil dich.
00:20:59: Oder wir müssen los weil unser Alltag das einfach oft verlangt.
00:21:08: aber vielleicht können wir uns einfach hin und wieder auf fragen müssen wir uns gerade wirklich beeilen oder brauche ich gerade einen anderen Weg, damit wir gemeinsam irgendwie eine Bewegung kommen.
00:21:22: Damit wir ein gemeinsames guten Weg haben.
00:21:28: Und es kann zum Beispiel sein dass ich sage... Oh!
00:21:31: Ich höre da was?
00:21:33: Ich hörst das auch?
00:21:35: Da, der spricht doch jemand ganz leise.
00:21:38: Ah, er sagt oh hallo ich bin die Zahnbürste und ich will in den Mund von dem Monat rein.
00:21:46: Es ist einfach ein bisschen Quatsch machen und zusammenlachen.
00:21:52: Und es macht dann auch an mir viel mehr Spaß, wenn ich mich daran erinnere dass ja das einfach Dinge auch Spass machen dürfen und dass wir nicht allen einfach alles schnell stellen und kommen.
00:22:04: wir müssen jetzt aber ins Bett und jetzt müssen wir noch Zähne putzen.
00:22:09: Ja, vielleicht können irgendwelche Gegenstände plötzlich reden und wollen unbedingt schnell in den Mund reinflitzen oder ins Badezimmer flitzen.
00:22:22: Oder die Tiere erwachen zum Leben und wir können mit ihnen gemeinsam aufräumen.
00:22:30: Wir knüpfen dann etwas an, dass ihn ohnehin vertraut ist – an die Fantasie, an die Freude am Spiel, an A die Welt zu entdecken.
00:22:40: Ja, wie gesagt aber wir müssen trotzdem nicht jede Situation spielerisch lösen.
00:22:44: Manchmal passt es auch gar nicht.
00:22:46: ja wenn ein Kind traurig ist Wenn es sich verletzt hat und es Angst hat dann braucht es vielleicht keine lustige Geschichte Dann braucht das Kind einen Arm Ruhe, Präsenz Und ein Verständnis.
00:23:01: Das sind eben auch Verbindungen eine ganz tiefe Form von Verbindung Genau, deshalb ist dieses Spielerischhaltung keine Methode sondern einfach ein Ausdruck von meiner inneren Haltung die immer ganz unterschiedlich sein kann.
00:23:16: Mal ist sie spielerisch mal ist sie verständnisvoll wie auch immer.
00:23:21: ja ich möchte mein Kind verstehen bevor ich das Verhalten bewertet zum Beispiel und ich glaube darin liegt ganz viel Kraft.
00:23:32: Ja, also wie schaffe ich das jetzt im Alltag?
00:23:35: Ich habe trotzdem den Zeitdruck.
00:23:36: Ich hab vielleicht noch ein Baby auf dem Arm und muss pünktlich zur Arbeit.
00:23:39: Ich kann nicht jeden Morgen tärder Stück aufführen!
00:23:42: Und wie gesagt, es musste auch nix.
00:23:46: Ich wünsche mir, dass du aus der Folge rausgehst mit den Gedanken... Wie kann ich mein Kind ein bisschen besser verstehen?
00:23:59: Denn wir beginnen Verhalten nicht dass wir beginnen, ihm das Verhalt nicht sofort zu bewerten sondern neugierig draufzuschauen.
00:24:06: Aus einem Kindesscheimer trödelt wird plötzlich ein Kindes einfach in seinem Spiel vertieft ist aus dem Kindesnicht aufräumen möchte vielleicht ein Kind, der seine Geschichte noch nicht beendet hat.
00:24:15: als ein Kind es nach Hause gehen möchte wird ein Kind sich gerade von einem wunderschönen Nachmittag verabschieden muss.
00:24:21: und es bedeutet nicht, dass unsere Grenzen verschwinden.
00:24:24: Es bedeutet nur, dass wir das Verhalten anders lesen und ich glaube es verändert auch unsere Reaktion dann.
00:24:30: Vielleicht werden wir dann geduldiger, vielleicht sprechen wir ruhig, vielleicht nehmen wir unser Kind noch meinen Arm bevor wir losgehen, vielleicht denken wir uns eine Geschichte aus und vielleicht sagen wir auch einfach Ich sehe, dass sie das grad schwer fällt und das kann alles Verbindung sein.
00:24:43: und gelänge ich mit Kindern arbeite, das zum mehr habe ich das Gefühl uns da ganz viel lernen können.
00:24:51: Die erinnern uns daran, dass ein Spaziergang nicht nur dazu da ist irgendwo anzukommen.
00:24:56: Dass ein Regentag nicht nur schlechtes Wetter bedeutet, dass es einen Stock nicht einfach nur ein Stock sein muss und das fünf Minuten auf dem Boden zwischen Baugletzen manchmal viel wichtiger sein können wie eine perfekt aufgeräumte Wohnung weil Kinder die erinnerl uns daran wie sich staunen anfühlt ja wie es ist ganz im Augenblick zu sein wie leicht Fantasien stehen kann.
00:25:17: Vielleicht ist es eines der größten Geschenke, die sie uns machen können.
00:25:22: Und dadurch dürfen wir uns immer fragen – was erlebt mein Kind gerade?
00:25:26: Kann ich für einen Moment Teil seiner ihrer Welt werden?
00:25:31: Ja, weil Kinder brauchen Erwachsene, die neugierig auf sich bleiben, die sich berühren lassen und lachen können, aber auch Grenzen setzen oder entschuldigen können, die immer wieder den Weg zurück in die Verbindung finden.
00:25:47: Ich denke, genau das ist Elternsein.
00:25:49: Nicht immer alles richtig zu machen sondern immer wieder bereit zu sein seinem Kind neu zu begegnen mit offenen Augen und einem offenen Herzen und ja immer wieder mit kleinen Funken Fantasie.
00:26:02: Und vielleicht ist das eine kleine Einladung für dich.
00:26:05: Wenn dein Kind heute spielt, dann setze ich doch einfach mal für fünf Minuten daneben ohne was zu erklären oder etwas zu verbessern oder das Spiel zu lenken.
00:26:14: Einfach nur zuzuschauen und zu fragen, was erzählt mir mein Kind gerade über seine Welt?
00:26:19: Ich glaube du wirst überrascht sein wie viele Kinder uns sagen auch wenn sie kein einziges Wort dabei sprechen.
00:26:27: Vielleicht nimmst du aus dieser Folge nur ein einziger Gedanken mit Das Kinder möchte nicht ständig in unsere Welt hineingezogen werden.
00:26:35: Die wünschen sich, dass wir ihre Welt besuchen für immer wieder diese kleinen Momente und vielleicht wird genau dort das, wonach wir uns als Eltern eigentlich alles sehen eben diese echte Verbindung.
00:26:50: Und ich danke dir sehr, dass du die heute wieder Zeit genommen hast, die du mit mir verbracht hast hier im Podcast.
00:26:59: Kannst du dir gerne jemand weiter schicken, teilen, kommentieren auf Spotify und Apple-Podcast?
00:27:08: Denn manchmal kann schon ein kleiner Gedanke vielleicht der Blick auf den Kind, auf den Familienalltag verändern.
00:27:17: Und ich freue mich schon auch das nächste Mal wenn du wieder mit dabei bist und wünsch dir alles Gute!
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